Schuppenflechte

Schuppenflechte – Mittel und Wege, die helfen

Die Schuppenflechte (med. Psoriasis) ist eine tückische Krankheit, unter der zu leiden eine echte Qual sein kann. Denn sie zeigt sich in Form von stark schuppenden, punktförmigen bis handtellergroßen Hautrötungen im Bereich der Knie, der Ellenbogen, der Kopfhaut, am Bauchnabel, am After und über dem Steißbein sowie in Veränderungen an den Nägeln.

Der behaarte Kopf ist das am häufigsten befallene Hautareal der Schuppenflechte. Insbesondere werden vor allem Hautpartien befallen, die oft gedehnt werden, also vor allem über Gelenken.

ENTSTEHUNG

Ursächlich handelt es sich bei der Schuppenflechte (Psoriasis) um eine entzündliche Hautreaktion (Rötung) mit beschleunigter Verhornung und somit silbrig glänzenden lamellenartigen Schuppen, die an Kerzenwachs erinnern (Kerzenwachsphänomen).

Normalerweise dauert die Erneuerung der Epidermis (Oberhaut) ca. 28 Tage, bei der Psoriasis dauert dieser Vorgang auf Grund der beschleunigten Hautregeneration nur ca. 5 Tage. Schuppenflechte ist zu einem erheblichen Anteil erblich bedingt.

Ist ein Elternteil betroffen, so liegt die Wahrscheinlichkeit der Vererbung bei 30 %. Allerdings werden auch gelegentlich mehrere Generationen übersprungen. Betroffen sind ca. 3 % der deutschen Bevölkerung, somit nahezu 3 Millionen Menschen in Deutschland.

Der behaarte Kopf ist das am häufigsten befallene Hautareal der Schuppenflechte. Insbesondere werden vor allem Hautpartien befallen, die oft gedehnt werden, also vor allem über Gelenken.

THERAPIE­MÖGLICH­KEITEN VON SCHUPPENFLECHTE

Es gibt eine ganze Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, mit denen man der Schuppenflechte erfolgreich entgegen wirken kann. Welche bei Ihnen die besten Erfolge verspricht, besprechen unsere DERMAZENT Hautärzte gerne persönlich mit Ihnen:

Bade- und Lichttherapie

Verschiedene, teils schwere Hauterkrankungen lassen sich mit Salzwasserbädern in Verbindung mit UV-Behandlungen positiv beeinflussen. Bestes Beispiel ist die Schuppenflechte (Psoriasis).

Excimer-Laser

Diese moderne Entwicklung in der Lichttherapie erzeugt monochromatisches Licht im UV-Schmalband-Spektrum. Anders als bei Lichtkabinen erzeugt der Laser einen gebündelten Strahl. Es ist möglich, innerhalb kurzer Zeit eine therapeutisch hohe Strahlendosis gezielt auf erkrankte Hautgebiete zu applizieren, ohne die umliegende gesunde Haut der Strahlung auszusetzen.

Der Laser bietet sich besonders zur Behandlung von umschriebenen Psoriasisherden an. Auch ist er gut geeignet für schwer erreichbare Regionen der Haut, wie z.B. die Kopfhaut oder in optisch stark im Fokus stehenden Bereichen wir Handrücken und Gesicht.

Die benötigte Therapiezeit ist durch die hohe Bestrahlungsstärke des Lasers gegenüber konventionellen Lichtkabinen deutlich geringer.

Therapiehäufigkeit: 3 x pro Woche, über mehrere Wochen

Synchrone Balneophototherapie

Diese Methode simuliert die Bedingungen am Toten Meer. Zwischen 60 % und 90 % der Patienten mit Schuppenflechte sprechen auf diese Behandlungsart gut bis sehr gut an.

Hierbei baden Sie etwa 20–30 Minuten in einer stark salzhaltigen Meersalz-Lösung. Zeitgleich werden Sie mit Schmalspektrum UVB bestrahlt.

Die Wirksamkeit ist ausgezeichnet und wird besonders von Patienten mit großflächigem und starkem Befall geschätzt.

Therapiehäufigkeit: 3-5 x pro Woche, über mehrere Wochen

Selektive UVB-Therapie

Die Schuppenflechte reagiert positiv auf Lichtbestrahlungen. Dieser Effekt ist bei natürlichem Sonnenlicht bekannt und wird auch durch künstliche Lichtquellen genutzt. Die Selektive Ultraviolett-Phototherapie (SUP) ist eine Kombination von UVA- und UVB-Strahung. Zudem steht die Schmal­spektrum-UVB-Therapie zur Verfügung.

Diese Maßnahmen sind besonders wirksam und erfolgreich bei Befall großflächiger Areale.

Therapiehäufigkeit: 3 – 5 x pro Woche, über mehrere Wochen.

Topische Therapie zur äußeren Behandlung

Pflegemaßnahmen sind generell sehr wichtig, um die Trockenheit der Haut ins Gleichgewicht zu bringen. Hierfür geeignet sind besonders harnstoffhaltige Pflegeprodukte.

Salizylsäure wird im Wesentlichen zum Ablösen der Schuppen verwendet. Cignolin (Dithranol) bremst die Zellteilung und verspricht ebenfalls eine gute Wirksamkeit. Diese äußeren Anwendungen sind jedoch extrem aufwändig und haben Nachteile, wie die Braunfärbung auch der umgebenden gesunden Haut und aller Gegenstände, die mit dem Präparat in Berührung kommen.

Kortison entfaltet synthetische Wirkstoffe, die dem menschlichen Hormon der Nebennierenrinde nachempfunden sind. Die Entzündungsreaktion der Haut wird vermindert, die Psoriasisherde werden dünner, die Schuppung und der Juckreiz nehmen ab. Nachteilig bei langer lokaler Anwendung ist die hieraus resultierende Hautatrophie (Verdünnung der Haut), wobei dieser Effekt jedoch im Bereich des Psoriasisherdes zunächst erwünscht ist. Außerdem lässt die Wirksamkeit bei dauerhafter Anwendung nach.

Vitamin-D-Derivate (Calcipotriol) sind synthetische Stoffe, die einem Hormon nachempfunden sind, das eine wesentliche Rolle bei der Steuerung der immunologisch/regenerativen Vorgänge der Haut spielt. Sie verringern die Teilungsaktivität der Hautzellen und reduzieren somit die Schuppenflechte. Diese Präparate sind momentan die wichtigsten Salben/Cremes/Lotionen zur äußeren Behandlung der Schuppenflechte. Sie werden auch als Kortisonkombinationssalben eingesetzt, wobei die Wirksamkeit hierdurch noch gesteigert wird.

Innerliche Anwendungen

Methotrexat (MTX): In niedriger Dosis (bis zu 25 mg/Woche) verwendet, ist MTX weltweit das am häufigsten verwendete Medikament zur innerlichen Behandlung der Schuppenflechte. Es unterdrückt das Immunsystem und ist besonders gut bei Psoriasisarthritis wirksam.

Kortikoide: Nach kurzfristiger Wirksamkeit kommt es oft zu einem Rückschlag und weiteren gravierenden Nebenwirkungen. Die innerliche Therapie der Psoriasis mit Kortikoiden wird heute nicht mehr empfohlen.

Ciclosporin: Die immunsuppressive Wirkung wird bei schwersten therapieresistenten Formen der Schuppenflechte genutzt. Die Nebenwirkungen sind jedoch oft dramatisch.

Fumarsäure – Fumaderm®: Die Wirksamkeit ist sehr gut, es wird auch zur Langzeittherapie eingesetzt. Allerdings kommt es – besonders in der Anfangsphase – oft zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen wie vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden, Diarrhöen, kolikartigen Bauchschmerzen und Hitzewallungen.

Biologicals: Diese Substanzen werden bei Patienten eingesetzt, bei denen die klassischen systemischen Therapien (Methotrexat, Ciclosporin, Fumarsäureester) oder eine Lichttherapie nicht in Frage kommen oder unzureichend wirksam sind. Da die Behandlung mit Biologika teuer ist – bis zu 25.000 Euro pro Jahr – müssen Ärzte erst alle anderen günstigeren Therapieoptionen ausgeschöpft haben, bevor dieses Medikament zum Einsatz kommt.

Die TNF-α-Blocker Etanercept (Enbrel®), Infliximab (Remicade®), Cosentyx, Otezla und Adalimumab (Humira®) sind eine Option für „High-need“-Patienten, die mit konventionellen Systemtherapeutika, topischen Präparaten und Phototherapie nicht ausreichend behandelt werden können. Gleiches gilt für den gegen Interleukin-12/Interleukin-23 (IL-12/23) gerichteten Antikörper Ustekinumab (Stelara®). Diese Biologicals haben bei der Behandlung von Patienten mit mittelschwerer und schwerer Psoriasis vulgaris inzwischen einen hohen Stellenwert.

Alternativmedizinische Behandlungsverfahren

Homöopathie, Akupunkturbehandlung und die richtige Ernährung (Ernährungsberatung) können der Schuppenflechte ebenfalls erfolgreich entgegen wirken. Hier beraten wir Sie individuell – sprechen Sie uns gerne an.